Dieser wichtige Hinweis kommt von der Beleidigungsdezernentin des Bundestrollamtes für gegen digitalen Hass, Silke Brägen-Scheuffler.

Dieses und weitere Videos, Infos und Materialien des No Hate Speech Movement Deutschland findest Du hier.


Du siehst immer öfter Meldungen die Dir komisch und falsch vorkommen? Tu etwas dagegen – aber mit Vorsicht! Um wirkungsvoll gegen bedenkliche Inhalte vorgehen zu können, solltest du einige Dinge beachten:

Das Wichtigste ist: Auf keinen Fall öffentlich weiterverbreiten!

Wenn Dir etwas fragwürdig, hetzerisch oder erfunden erscheint: Bitte nicht liken (disliken etc.), teilen oder weiterschicken, selbst wenn Du nur fragen möchtest, was deine Freunde davon halten.

Sobald Du diese Inhalte öffentlich über soziale Netzwerke weiterverbreitest  hast Du keine Kontrolle mehr darüber. Schlimmer noch, Du könntest Dich sogar selbst durch das Weiterverbreiten strafbar machen.

Also besser: Frage bei vertrauten Einzelpersonen nach, die diese Inhalte deiner Meinung nach gut einschätzen können. Um zu vermeiden, dass ein solches Posting, Video oder Meme an eine große Personengruppe weitergegeben wird, also etwa durch sharen auf Facebook oder über WhatsApp, ist es besser einzeln nach zu fragen. Das kann über Messenger-Funktionen oder per E-Mail erfolgen – oder du zeigst es einfach jemandem persönlich.

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Melden

Du kannst Inhalte melden! 

Es gibt offizielle Stellen, die fragwürdige Meldungen auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüfen und gegebenfalls rechtliche Schritte einleiten und anzeigen. Schicke einen Link, Screenshot oder eine Kopie des Inhalts, der Dir fragwürdig vorkommt an folgende Stellen:

NS-Meldestelle

Bei der vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung betriebenen Meldestelle für NS-Wiederbetätigung können Beiträge im Internet mit neonazistischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten gemeldet werden.

http://www.bmi.gv.at/cms/bmi_verfassungsschutz/meldestelle/

Stopline 

Meldestelle gegen Kinderpornographie und Nationalsozialismus im Internet, initiiert von den Internet Service Providers Austria (ISPA).

https://www.stopline.at/home

ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit

ZARA ist eine Nicht-Regierungs-Organisation, die sich gegen Rassismus in Österreich einsetzt. Unter anderem betreibt ZARA eine Beratungsstelle für Opfer und Zeug*innen von Rassismus, bei der betroffene Personen aber auch Zeug*innen kostenfrei Unterstützung und Rechtsberatung erhalten. Seit der Gründung ist ZARA auch gegen Hass im Netz aktiv und bietet User*innen eine Ersteinschätzung bedenklicher Inhalte als auch Beratung und Unterstützung zu weiteren Schritten an.

http://www.zara.or.at/index.php/beratung/rassismus-melden

Mauthausen Komitee Österreich 

Aufgrund der steigenden Zahl rechtsextremer und rassistischer Straftaten hat das Mauthausen Komitee mit der systematischen Dokumentation von Meldungen rechtsextremer Vorfälle begonnen.

http://www.mkoe.at/rechtsextremismus-melden

Stoppt die Rechten

Das von der Grünen Bildungswerkstatt betriebene Projekt „Stoppt die Rechten“ sammelt und dokumentiert rechtsextreme, rassistische oder neonazistische Vorfälle und veröffentlicht Artikel zur rechtsextremen Szene in Österreich.

www.stopptdierechten.at

Beratungsstelle Extremismus 

Die Beratungsstelle Extremismus ist eine vom Bundesministerium für Familien und Jugend eingerichtete Anlaufstelle für Fragen zum Thema Extremismus und  Ansprechpartnerin für alle Arten von Extremismen, ganz egal ob sie politisch oder religiös begründet sind.

https://www.beratungsstelleextremismus.at

Mimikama

Mimikama ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit Falschmeldungen, Abofallen, Spam, schädlichen Links, Phishingmails und vielen weiteren Themen befasst und als internationale Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetmissbrauch und zentrale Anlaufstelle für Internet-User*innen dient.

www.mimikama.at

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Einmischen

Mit Fakten Gegenposten!

Wenn ein Inhalt nur falsch sein kann und es sich um bösartige Hetze handelt, kläre auf und misch dich ein!

Poste Dein Counterstatement unter die Meldung! Sage, warum der Inhalt falsch ist und poste Dein Rechercheergebnis mit den dazugehörigen Links Deiner seriösen Quellen darunter.
Die Initiative Netz gegen Nazis hat für den aktiven Umgang mit hetzerischen Inhalten und Poster*innen eine Auflistung mit  Gesprächsstrategien im Internet erstellt.

Sei aber vorsichtig, dass Du mit Deinem Kommentar nicht selbst jemanden zu Unrecht beschuldigst oder unsachlich argumentierst! Ebenso tabu sind Beleidigungen, Mutmaßungen oder Anschuldigungen, die Du nicht belegen kannst. Es ist wichtig, sich an seriöse und nachweisbare Fakten zu halten, um ernst genommen zu werden.

Setze selbst keine Falschmeldungen oder Gerüchte ins Netz! 

Viele Falschmeldungen basieren auf Gerüchten und Mutmaßungen. Storys wie „Onkel Pauls Nachbarin hat letzte Woche beim Sonntagskaffee erzählt…“ klingen vielleicht interessant, sind aber faktenlos. Poste und verbreite keine solchen Inhalte. Sie können schnell weite Kreise ziehen und großen Schaden anrichten, wie dieses Beispiel zeigt:

Flüchtlinge im Krankenhaus bevorzugt? Dachdecker-Lehrling in Lebensgefahr?

Falschmeldung: Flüchtlinge im Krankenhaus bevorzugt? Screenshot: Stoppt die Rechten (Zum Vergrößern anklicken)

 

Im Dezember postet Frau K. empört auf Facebook über einen angeblichen Vorfall in einem oberösterreichischen Krankenhaus. Ein mit einem Herzfehler geborener Dachdecker wäre nach einem „kurzen Check“ im Spital nicht weiter behandelt worden, trotz seines Flehens hätten „die Ärzte sich nicht erweichen lassen“ und hätte ihn weggeschickt. „Was jedoch dem Ganzen noch die Krone aufsetzt: ……Auf dem langen Gang der Station wimmelte es nur so von Asylanten jeglicher Hautfarben. Aus allen geöffneten Untersuchungszimmern hörte man unverständliche Stimmen und Geschrei…..WAS SAGT UNS DASS??????“
(Siehe: 16.Erfundener Vorfall im Krankenhaus, ZARA Rassismus Report 2015, S. 22 ff)

Der Hinweis am Ende des Postings führt dazu, dass es fast 5.000 Mal geteilt wird und für enorme Empörung sorgt. Mitte Dezember 2015 reagiert das betroffene Krankenhaus, das durch verunsicherte Patient*innen auf das Posting aufmerksam gemacht wurde, mit einer Medieninformation und gleichlautendem Text auf seiner Facebook-Seite. Das Spital stellt darin klar, dass die im Posting geschilderten Vorwürfe nicht stimmen und beschreibt, dass die Behandlung des betreffenden Patienten ordnungsgemäß verlief. Abschließend wird in der Stellungnahme angegeben: „Wir sind für alle Menschen da!“
In der Folge meldet sich auf der Facebook-Seite des Krankenhauses auch der beschriebene Jugendliche selbst zu Wort, nachdem seine damalige Begleiterin dort verwundert gepostet hatte: „Das waren doch wir“. Die beiden bestätigen, dass die Behandlung im Krankenhaus ganz normal und zu ihrer Zufriedenheit abgelaufen wäre. Die Mutter des Jugendlichen sei gar nicht dabei gewesen, auch die „Hilfeschreie“ hat es natürlich nicht gegeben.

Den ganzen Bericht und Analysen findest Du im ZARA Rassismus Report 2015.

Den vollständigenArtikel findest Du auf stopptdierechten.at

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Hilfe für Betroffene

Wenn Du selber Opfer von Hass und Hetze im Netz geworden bist – Lass Dich nicht unterkriegen. Du bist nicht allein! Es gibt Stellen, die Dir dabei helfen, Dich zu wehren:

ZARA – Beratungsstelle für Opfer und Zeug*innen von Rassismus
Tel.: 01 929 13 99
Email: beratung@zara.or.at
Facebook: https://www.facebook.com/zara.or.at
Web: www.zara.or.at

Weisser Ring – Hilfe für Verbrechungsopfer
Opfer-Notruf: 0800 112 112
Email: office@weisser-ring.at
Web: http://www.weisser-ring.at/

Rat auf Draht – Notruf für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen
Tel.: 147
Online Beratung: www.rataufdraht.at/online-beratung
Web: http://www.rataufdraht.at/

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