Mit der Schlagzeile „Für Flüchtlinge Frau gekündigt – Salzburger Mindestrentnerin soll aus Wohnung raus, weil Asylwerber kommen“ macht die Salzburg-Ausgabe der Tageszeitung „Die Neue Kronen Zeitung“ Anfang September 2014 auf einen ganzseitigen Artikel in dieser Ausgabe aufmerksam. Der dazugehörige Artikel erzählt die Geschichte einer Mindestpensionistin und ihre im August angeblich plötzlich erfolgte Kündigung aus ihrer Wohnung per April 2015. Der Grund für die „brutale“ Kündigung laut Artikel: man benötige Platz für Asylwerber*innen. „Kobuk – Verein für kritischen Medienkonsum“ stellt nach ausführlichen Recherchen und Stellungnahmen der zuständigen Wohnbaugesellschaft sowie der für die Wohnungsvergabe verantwortlichen Flüchtlingsorganisation einen völlig anderen Ablauf der Geschichte dar:

Die Zusage auf Verlängerung des Mietvertrages um weitere drei Jahre wäre bereits im August – nur eine Woche nach dem Kündigungsschreiben – auf Anfrage des Sohnes der Mieterin erfolgt. Weiters wäre der Mietvertrag von vornherein auf drei Jahre befristet gewesen und hätte 2015 ganz normal auslaufen sollen. Die ganze Geschichte ist also falsch! In einer Beurteilung des Presserates heißt es, das der Krone-Artikel gegen den Grundsatz der „Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten“ verstoße und diskriminierende Pauschalverunglimpfungen enthalte. Ressentiments gegenüber Flüchtlingen bzw. Asylwerber*innen würden geweckt, indem ein angeblicher „Rauswurf“ einer Mindestrentnerin aus ihrer Wohnung wegen eines Bedarfs für Flüchtlinge geschildert und eine fingierte Geschäftemacherei mit der Unterbringung von Asylwerber*innen in derartigen Wohnungen in den Bericht eingewoben wird.

Siehe: Die eigenen Rechte kennen, ZARA Rassismus Report 2014, S26 ff

Weitere Infos findest du auf  Kobuk und auf derstandard.at