Forscher*innen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben durch eine Kooperation mit Twitter Zugriff auf alle Tweets die seit 2006 gepostet wurden. Bei einer Analyse fanden sie heraus, dass sachlich richtige Tweets meist zirka 1.000 Personen erreichen, Falschmeldungen allerdings bis zu 100.000 Empfänger*innen! Außerdem besteht eine um 70% höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie re-tweeted werden. Falsche Nachrichten dringen also wesentlich tiefer in die Welten von Social Media ein. Weiteres braucht ein Post mit wahrem Inhalt sechsmal so lange wie eine Falschnachricht um 1.500 User*innen zu erreichen. Hier fügen die Forscher*innen hinzu, dass dafür auch keine Bots (Programme die automatisierte Retweets durchführen) verantwortlich sind. „Es sind Menschen, die für die besondere Dynamik von Falschmeldungen verantwortlich sind“, erklärt Sinan Aral im Interview mit Ö1 „die Masse sorgt für den Effekt“. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der Newswert einer Meldung. Durch Analysen fanden die Forscher*innen heraus, dass Nachrichten, die als überraschender wahrgenommen werden, eher als richtig eingeschätzt und somit schneller und weiter verbreitet werden. Aral und seine Kolleg*innen plädieren für effektivere Maßnahmen gegen die Verbreitung von Fake News und schlagen eine Kennzeichnung für Nachrichten und Algorithmen, die Falschmeldungen nicht unterstützen, vor.

Einen Artikel dazu Du hier auf ORF Science nachlesen.